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Lieblingskind: Warum Eltern oft ein Kind bevorzugen und was man dagegen tun kann.

Elternsein ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Kinder sorgen für einen emotionalen Gefühlscocktail aus Liebe, Freude, aber auch Sorge und Schuld.

Noch komplizierter wird es, wenn Eltern ein Kind mehr lieben als das andere. Das passiert oft unterbewusst und zeigt sich nur in gewissen Situationen. Eine schwierige Aufgabe für Eltern und ErzieherInnen, doch zum Glück gibt es ForscherInnen und Studien, die den Gefühlscocktail mit ihrer Forschung entschlüsseln und uns Antworten geben können.

Viel Spaß beim Lesen und Entdecken des Themas „Lieblingskind“ wünscht dir deine Liane und das Lieblingblog-Team.

Die kleine Version von uns selbst

„Alle Eltern haben ein Lieblingskind“, meint der amerikanische Wirtschaftsjournalist Jeffrey Kluger. Dass wir unsere Kinder gleich behandeln ist eine Illusion. In die gleiche Kerbe schlägt eine Studie, die sich mit der Favoritenrolle in der Familie beschäftigt. Die erstaunliche Antwort: 70% der Väter und 65% der Mütter geben zu, dass sie eine Vorliebe für ein bestimmtes Kind bei sich selbst wahrnehmen. Die Dunkelziffer ist deutlich höher.

Eine Favoritenrolle zu vergeben ist evolutionär bedingt in unser Gehirn eingebrannt. Diese Erkenntnis ist schmerzhaft, doch kann auch zur Chance und damit mehr Entfaltung des Nachwuchses in späteren Jahren führen.

Doch warum fühlen wir uns zu einem Kind oft eher hingezogen? Verantwortlich dafür ist unsere eigene Wahrnehmung. Denn neben den offensichtlichen Merkmalen wie Reihenfolge der Geburt und Geschlecht sind vor allem Persönlichkeitsmerkmale (wir fühlen uns zu gleichen Charaktereigenschaften mehr hingezogen) und prägende Erlebnisse (ein Unfall oder eine schwere Geburt) können der Grund für mehr Aufmerksamkeit sein.

Die Macht des Selbstvertrauens

Menschen mit einem gesunden Selbstvertrauen können sich besser Herausforderungen stellen, fühlen sich sicherer und sind erfolgreicher. Kein Wunder also, dass das Selbstbewusstsein auch bei uns immer wieder zum Thema wird. (Hier haben wir über das Stärken von Selbstbewusstsein geschrieben inkl. Persönlichkeitstest.)

WissenschaftlerInnen der Brigham-Young-Universität in Utah haben die Auswirkungen auf Geschwister erforscht. Wenn sich jüngere Kinder als Lieblinge ihrer Eltern fühlen, profitiert ihr Selbstvertrauen enorm. Auf der anderen Seite kann das Gefühl auch stark ins Gegenteil umschlagen. Fühlen sie sich weniger wahrgenommen als ihre älteren Geschwister, dann leiden sie auch mehr unter den Folgen. Bei den Erstgeborenen ist der Effekt ebenfalls vorhanden, er wirkt sich aber deutlich geringer aus.

Im Geschlechtervergleich spielt der Vergleich keine so starke Rolle. Lieblingstochter und Lieblingssohn können ohne schlechtes Gewissen als liebevolle Spitznamen für die Kleinen herhalten.

Wie so oft gibt es aber auch hier zwei Meinungen: Für den Kinderpsychiater Horst Petri kann sich das Gefühl der Benachteiligung sogar positiv auf das spätere emotionale Skillset der Kinder auswirken. Wie sagt man so schön: Die Dosis macht das Gift.

Was kann ich tun?

Es hilft, Kinder anhand ihrer Fähigkeiten und nicht als Ganzes zu bestätigen. Der Lieblingstänzer oder die Lieblingsdichterin sind schöne Kosenamen, die Wertschätzung zeigen und das Selbstbewusstsein stärken.

Doch dafür müssen wir uns bewusst machen, dass jeder Mensch unterschiedlich ist und wir sie unterschiedlich lieben – das sagt nichts über die Stärke der Liebe aus. Die magische Zutat ist Aufmerksamkeit. Daran sollte man nie sparen.

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